Posted 26.07.2010 06:51:01 UTC
Updated 26.07.2010 06:57:06 UTC
In unserer letzten Sendung war die Rede von Atatürks Abendgesellschaften zu denen er außer Politiker, Künstler und Wissenschaftler manchmal auch Kinder einlud. Einer dieser Kinder war der sechsjährige Teoman. Den Namen Teoman erhielt er bei einer Abendgesellschaft von Atatürk nachdem er ihm einen Text über das türkische Hunnenimperium diktiert hatte. Teoman war der Sohn von Atatürks Waffengefährten Kasim Pascha, also Kasim Özalp. Über diesen Moment erzählte Kasim Özalp Jahre später folgendes: “Atatürk besaß viele Werke über die türkische Geschichte.
Von den Büchern, die er am Tag gelesen und für wichtig gefunden hatte, erzählte er am Abend beim Tisch seinen Gästen. Einmal kam er in mein Haus und bat mich Minister, Abgeordnete und Kommandanten, insgesamt 20 Gäste zum Abendessen einzuladen. Dies tat ich. An dem besagten Abend ergriff er das Wort und sagte, er habe vor etwas über die türkische Geschichte zu erzählen, das er am Tag gelesen hatte.
Meinen damals sechsjährigen Sohn Ilker setzte er auf den Stuhl und sagte zu ihm: “Hör mir gut zu.” Und wir alle lauschten. “Heute habe ich etwas über die großen Heldentaten von Teoman und seinem Sohn Mete in der türkischen Geschichte gelesen. Teoman hatte einen großen türkischen Staat gegründet und sein Sohn Kommandant Mete hatte diesen Staat gegen sämtliche Feinde geschützt und sehr viele Siege errungen. Mit Erlaubnis deines Vaters wirst du den Namen Ilker ablegen und einen der beiden Namen dieser großen Türken annehmen. Welchen willst du?“ Ohne zu zögern sagte der Junge: ”Teoman” Danach wollte Atatürk, dass Teoman mitschrieb, was Atatürk über die Geschichte erzählte und lies ihn das Geschriebene unterschreiben. Am nächsten Tag wurden die Formalitäten für die Namensänderung erledigt.
Danach gaben viele Familien ihren Neugeborenen den Namen Teoman. Wir wissen, dass Atatürk neun Jungen und Mädchen als Kinder annahm und betreute. Unter ihnen Afet, Sabiha, Ülkü, Rukiye und Nebile erwähnte er in seinem Testament. Mit der Fürsorge und dem Mitgefühl eines Vaters kümmerte er sich um ihre Bedürfnisse und Ausbildungen. Außerdem verfügte er in seinem Testament, dass seine Schwester Makbule Hanim nach seinem Tod die Kinder unterstützen sollte. In den Tagen der Hut-Reform am 11. Oktober 1925 kam Atatürk nach Izmir und besuchte verschiedene Einrichtungen und Schulen, wo er Reden hält. In einer dieser Schulen begegnete er Afet Hanim. Sie war dort Hilfskraft. Atatürk kannte den makedonischen Arm der Familie von Afet. Deswegen nahm er sie an Kindes Statt an.
Afet Hanim wollte ihre Ausbildung fortsetzen und Fremdsprachen lernen. Zu diesem Zweck schickte er sie mit der Erlaubnis der Großmutter nach Lausanne. Später ging ihre Ausbildung am französischen Mädchenlyzeum in Istanbul weiter. Sie absolvierte danach die Lehrerprüfung für mittlere Schulen und wird nach Ankara an die Musiklehrerschule als Geschichts- und Heimatkunde-Lehrerin berufen. Zeit ihrer Ausbildung beklagte Afet Hanim, dass es in den Lehrbüchern nicht genug Informationen über die Geschichte der türkischen Zivilisationen gibt. Eines Tages fragte sie Atatürk „Welche kulturellen Werke haben wir als türkische Nation geschaffen und was ist unser diesbezüglicher Stellenwert in der Welt?“ Atatürk antwortete: „Diese Themen zu untersuchen und aufzuschreiben ist eine wichtige Aufgabe.“ Afet Inan, die an der Gründung des Instituts für türkische Geschichte mitarbeitete, fing genau mit diesen Untersuchungen an. Ihre akademischen Arbeiten gingen weiter und 1938 machte sie ihr Diplom und ein Jahr später schloss sie ihre Doktorarbeit ab. Sie wurde Dozentin und Professorin.
Als eine der Gründungsmitglieder war sie lange Jahre die zweite Vorsitzende des Instituts für Türkische Geschichte und Direktorin des Instituts für die Geschichte der Türkischen Revolution. Sie publizierte viele Bücher über die türkische Geschichte und Atatürk. Afet Inan trug viel für die Rechte der türkischen Frauen bei. Sie verstarb im Jahre 1985. Die Adoptivkinder von Atatürk wären eine eigene Sendereihe wert. Nächste Woche würden wir ihnen gerne von einer anderen Adoptivtochter Atatürks erzählen. Von Sabiha Gökcen.
Wir werden Zeuge, wie Atatürk sie kennenlernt und welche Rolle er dabei spielt, dass Sabiha zur ersten weiblichen Pilotin der Türkei wird. Wie immer möchten wir uns mit einigen Worten Atatürks verabschieden. Er sagte: „Ihr jungen Menschen, ihr seid es, die unseren Mut in die Zukunft tragen werdet. Mit eurer Erziehung und Bildung werdet ihr zum wertvollsten Symbol für Menschlichkeit, Vaterlandsliebe und Gedankenfreiheit. Die Zukunft gehört euch. Wir haben die Republik gegründet. Ihr werdet sie entwickeln und weiterführen.“