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FARBEN AUS ANATOLIEN (FOLGE 30)
Sendereihe über die Geschichte, Kultur und Tradition Anatoliens.
Posted 26.07.2010 08:44:32 UTC
Updated 26.07.2010 08:44:32 UTC

Verfasserin: Zuhal Karadag

 

Unser Weg führt uns heute in die Kreisstadt Ahlat der Provinz Bitlis. Im Westen der Kreisstadt befindet sich der Berg Nemrut, im Norden der Berg Süphan. Wir wollen auch das Ahlat Museum besichtigen. Ahlat ist laut Historikern der Ort, an dem sich die Renaissance die Seldschuken ereignete. Hier sind die Spuren der türkischen Architektur zu sehen, die sich binnen Jahrhunderten entwickelte. Die Geschichte der Stadt reicht bis ins 15. vorchristliche Jahrhundert zurück. Auf diesem Land herrschten die Assyrer, Urartaer, Meden, Perser, Mazedonier, Selokiden, Parter und Alatosen. Die Stadt wurde auch von den Byzantinern, Abbasiden und verschiedenen Fürstentümern erobert und erlebt mehrere Aufstände und Besatzungen.  Ahlat hieß früher Hilat. Zwischen 1093 und 1230 herrschten hier die Seldschuken. Nach dem Caldiran-Krieg geriet die Stadt unter die Kontrolle der Osmanen. Nach jeder Eroberung wurde die Stadt erneuert und gewann an neuen Werken.

 

 

Das Museum befindet sich direkt neben dem Friedhof. Dies ist ein interessanter Ort für ein Museum. Die Grabmäler sind von Gras umgeben. Wenn man an der Tür des Museum ankommt, merkt man sofort, dass dies ein einfaches und bescheidenes, aber auch angenehmes Gebäude ist. Es wurde aus natürlichem Material geschaffen und ist sehr umweltfreundlich. Dieses einstöckige Gebäude kann den Menschen sehr leicht bezaubern.

Das Ahlat Museum wurde in 1970 eröffnet. Im Vergleich zur Stadt ist das Museum noch sehr neu. Die meisten Werke, die hier ausgestellt werden, wurden bei Ausgrabungen Mitte der 60iger Jahre gefunden. Mit Betracht auf die Vergangenheit der Stadt ein sehr spätes Datum.

Direkt nach dem Betreten des Museums ist man bezaubert. Die Vielfalt in diesem kleinen und ruhigen Ort ist bezaubernd.

Neben Werken aus der nahen Vergangenheit, den Seldschuken und Osmanen, werden auch Werke der Römer und der Antike ausgestellt. Einige Werke stammen aus 2.000 vor Christus.

In den nahegelegenen wichtigen Bauten der Stadt, wie das türkische Bad, die Theologieschule und die Ulu Moschee, wurden Ausgrabungsarbeiten durchgeführt. Die hier ausgegrabenen Werke stellen einen wichtigen Teil des Museums dar.

Die Keramik-Überreste aus der Zeit der Seldschuken sind ein Zeichen für die Mischung der türkischen und asiatischen Kulturen. Sie belegen die Feinheit der seldschukischen Kunst. Auf den meisten der Überreste sind verschiedene Verzierungen zu sehen, die in der seldschukischen Kultur eine große Bedeutung hatten. Die Grabsteine, die vor der Eröffnung des Museums eine Art Freilichtmuseum darstellten, sind ein weiteres Beispiel für die Vielfalt der Kunst der Seldschuken.

 

Verschiedene Keramiken, Pfeifen und Lampen der Römer und Byzantiner werden in einen anderen Teil des Museums ausgestellt. Zu diesen Zeiten wurden das tägliche Leben und die Kunst in der Stadt vom Einfluss des Westens geprägt.     

Dies fügt der Region und dem Museum eine weitere Bedeutung hinzu. In Ost- und Südostanatolien hat der Einfluss der westlichen Kunst selbstverständlich seine Grenzen. Aber diese Grenzen bieten auch die nötige Grundlage für eine gute Mischung aus Ost und West.

Aus der Zeit der Urartaer werden im Museum auch Armbänder mit doppeltem Drachenkopf, Gürtel, Kleidernadeln und Haarspangen ausgestellt.

Diese befinden sich in einem separaten Teil des Museums. Es ist seht interessant zu beobachten, wie die Menschen der alten Zeit ihr tägliches Leben lebten und wie ähnlich dieses Leben unserem heutigen Leben ist. Einige einfachen Gegenstände reichen aus, um eine Verbindung zwischen der Vergangenheit und Gegenwart aufzubauen und sich verbunden zu einer langen Geschichte zu fühlen. Einige als unnötig erscheinende Gegenstände können für einen Augenblick diese Atmosphäre schaffen.

 

 

Unter den Werken, die im Museum ausgestellt werden, befinden sich auch Keramiken aus 2.000 vor Christus und der frühen Eisenzeit. Gleichzeitig werden im Museum Keramiken und Gegenstände aus der mittleren Bronzezeit und der Eisenzeit ausgestellt.

Neben 2608 archäologischen Werken wird auch eine Münzkollektion aus 1685 Münzen ausgestellt. Die Münzen haben in historischer Hinsicht eine wichtige Bedeutung. Aus den Münzen können wir erfahren welch historische Ereignisse es gab, wie die vernichteten Städte hießen, wo ein zerstörtes Gebäude stand oder wie eine ausgestorbene Pflanze aussah. Auch wenn wir keine Numismatiker sind können wir uns anhand dieser Münzen ein Bild von der Vergangenheit machen.

Auch die ethnographischen Werke im Museum sind sehenswert. Sie beinhalten wichtige Spuren über das tägliche Leben in der Region.

 

 

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