Posted 25.07.2010 12:37:10 UTC
Updated 25.07.2010 12:37:10 UTC
Eines der in Istanbul, der Kulturhauptstadt Europas 2010 bereits in Angriff genommenen Projekte trägt den Titel „die Suri Sultani Strategische Vision“. Die kaiserlichen „Suri Sultani“ Mauern, die eines der wichtigsten und einzigartigsten Orte der Welt ausmachen, wo Geschichte und Kultur zusammenschmolzen, umfassen den Topkapı Palast sowie den Gülhane Park. Fast jeder Tourist der nach Istanbul kommt, muss diese Ortschaft gesehen und sich über das dortige historische Gewebe informiert haben. In der Tat, die Suri Sultani, zu Deutsch die kaiserlichen Mauern, ist ein einmaliger Ort, in dem sozusagen pure Geschichte eingeatmet wird.
Das vielleicht wichtigste Museum in Istanbul, der Topkapı Palast, wurde zum ersten Mal im 19. Jahrhundert während der Herrschaft von Sultan Abdülmecid zur Besichtigung freigegeben. Dem damaligen britischen Botschafter stellte man die wertvollen Gegenstände im Tresor des Topkapi Palastes zur Schau. Somit wurde es traditionell, die wertvollen alten Gegenstände im Tresor des Topkapi Palastes den Fremden zu zeigen. Erbaut wurde der Topkapı Palast in 1487 von Sultan Mehmet dem Eroberer auf der ersten Hügel der Stadt, die Zeytinlik genannt wird, auf einer Fläche von ungefähr 700 tausend Quadratmeter, und diente ungefähr 380 Jahre lang als Regierungssitz sowie als Residenz der osmanischen Sultane. An diesem Ort befinden sich Lustschlösser, Villen, Behörden, Schlafgemächer der Palastangehörigen, Moscheen, Bibliotheken und eine große Küche. Anfangs nannte man nur den Palast vor der Küste mit den Geschützen Topkapı Palast, doch erst später benannte man die ganze Ortschaft danach.
Der Gülhane Park war zu Beginn der äußere Garten des Topkapı Palastes. Darin gab es einen Hain und ein Rosarium. Auch der Name Gülhane, zu Deutsch rosiger Ort, kam von diesem Rosarium. Der 80 Acker große Ort wurde im Jahr 1921 in eine Parkanlage umgewandelt und der Öffentlichkeit freigegeben. Der Gülhane Park war ein Lustgarten, dem die Bevölkerung von Istanbul, Groß und Klein, großes Interesse zeigte, und unter den Bäumen picknickte und sich amüsierte. Hier trieb man von Zeit zu Zeit Sport wie das Speerwerfen oder Ringen.
Sicher war dieser Park auch Zeuge von mehreren historischen Ereignissen. Das im Rahmen der Verwestlichungsbewegungen im osmanischen Reich von Sultan Abdülmecid abgefasste Ordnungsedikt „Tanzimat Fermanı“, welches Bestimmungen enthielt, die für das Leben, den Besitz und die Ehre der Untertanen bürgte, wurde hier der Öffentlichkeit bekannt gegeben. In den 1880er Jahren gab Sultan Abdülhamit der Zweite die Errichtung des ersten großen Museums im Gülhane Park in Auftrag, wonach der berühmte Maler und Archäologe Osman Hamdi Bey ein großes Museum baute, unter dem Namen „kaiserliches Museum“. Dieses große Museum, in dem die Werke aller Zivilisationen ausgestellt wurden, die je innerhalb des osmanischen Reiches existierten, ist das heutige Archäologiemuseum. Und in 1928, während der republikanischen Zeit, gab der große Führer Atatürk die Annahme des lateinischen Alphabets hier bekannt und gab an der Tafel den ersten Schreibunterricht, wodurch er den Titel des Hauptlehrers erlangte. Heutzutage werden im Gülhane Park sämtliche Unterhaltungen, Kinderfeste, Konzerte veranstaltet, an denen die Istanbuler mit Vergnügen teilnehmen.
Die königlichen Mauern, Suri Sultani, umgeben den Topkapi Palast sowie den Gülhane Park, entlang der Küsten des goldenen Horns und Marmarameers. Sie haben einen Umfang von 1400 Metern und schließen sich zusammen mit den byzantinischen Küstenmauern, die die ganze Stadt umfassen. Die kaiserlichen Mauern wurden eben wie der Topkapi Palast in 1478 von Sultan Mehmet dem Eroberer erbaut. Auf diesem Mauerwerk, das der Stadt gegen Angriffe vom Land guten Schutz gewährt, befinden sich insgesamt 28 Türme, davon 25 rechteckig. Außer dem Otluk-Tor gen Marmarasee und dem Demirkapı-Tor am goldenen Horn gibt es hier fünf weitere Tore kleineren Umfangs. Das Haupttor, das sich hinter der Hagia Sophia befindet, wird Babı Hümayun genannt, zu Deutsch, das kaiserliche Tor.
Nun, Suri Sultani und die darin vorhandenen historischen Orte, die wir hier kurz zu erzählen versuchten, wurden im Rahmen der Vorbereitungen für die „Kulturhauptstadt Europas 2010“ mit einer neuen Auffassung im Museumswesen in die Hand genommen. In den vergangenen Jahren führte man Verbesserungsarbeiten in diesem Bereich. Doch diesmal wurde die Region von der Agentur, die die Vorbereitungen leitet, als Ganzes in Betracht genommen.
Es wurden Vorkehrungen getroffen, um die Archäologie-Museen von Istanbul, die u.a. das Topkapi Museum sowie das Museum für alte orientalische Werke und die gekachelte Villa einschließen, die Hagia Sophia auf der Vorhalle des Topkapi Palastes, das moderne byzantinische Irenenkirche-Museum, und Institute wie die zentrale Verwaltung der gesamten Münzanstalten der Osmanen, die Darphanei Amire, Gemäß den Weltstandarden neu zu gestalten.
Die Bauten der Münzanstalt Darphane-i Amire wurden im Rahmen des Projektes umgestaltet. Auch die Archäologiemuseen wurden neu gestaltet und es wurde ein Museen-Park errichtet. Außerdem wird der Gülhane Park gemäß ihrer historischen Bedeutung als eine öffentliche Grünanlage neu gestaltet. Weitere Ziele des Projektes sind: die Anpassung der Räumlichkeiten innerhalb der kaiserlichen Mauern aneinander; die Entwicklung von neuen Projekten, die den Problemen hinsichtlich der Besucher- und Kollektionsverwaltung permanente Lösung finden und die Bedeutung der erzieherischen Funktion der Museen hervorheben.
Annahmen zufolge ist das Projekt eine einmalige Gelegenheit, um die Region in den Brennpunkt des internationalen Interesses zu rücken.
Der Wert der kaiserlichen Mauern sowie der Paläste, Parks und Monumente die von diesen umgeben sind, ist Jahr für Jahr gestiegen. Natürlich erhöht die vergangene Zeit den Wert der historischen Orte. Doch eben dieselbe Zeit ist es, die beim Verlorengehen der Geschichte mitwirkt. Das Erbe der Vergangenheit kann nur in dem Maße in die Zukunft übertragen werden, insofern es gepflegt wird. In diesem Sinne wurde das kulturelle Erbe der europäischen Hauptstadt Istanbul noch einmal in Erwägung gezogen, erneuert und bereichert. Istanbul bereitet sich nicht nur auf das Jahr 2010, sondern auf eine noch weitere Zukunft. Doch so weit für heute.